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Ängste gehören zum Leben. Sie haben eine wichtige Funktion und sollen uns auf Gefahren aufmerksam machen. Wenn unsere innere Alarmanlage mit der Gefahr als solche verwechselt wird, erhält die Angst eine Fehlfunktion und wir laufen vor der Alarmanlage davon. Flüchten oder Standhalten heißt die Entscheidungsoption, die es wahrzunehmen gilt. Wenn wir jedoch vor der Entscheidung davonlaufen, haben wir keine Möglichkeit mehr, die Angst zu regulieren. Der Lebensalltag wird dann durch die Vermeidung von Angstgefühlen bestimmt. Es werden ständig neue Lebensstrategien erdacht, die das Leben einengen. Es entsteht Angst vor der Angst, die sich dann bis zur Unerträglichkeit steigern kann.

Um das Erleben von Angst regulieren zu können, entwickeln manche Patienten Zwänge, durch die es ihnen gelingt, das Angsterleben in Schach zu halten. Diese Zwänge können in Form von sich ständig wiederholenden Handlungen oder auf sich zwanghaft einstellenden Gedankenebenen entstehen. Ihnen ist gemeinsam, dass sie die Gestaltung des Lebens im Alltag so weit einengen, dass der Alltag zur Qual werden kann.

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Weder für andere noch für den Patienten selbst verstehbare Zwangsrituale müssen vollzogen werden und stören das Miteinander so erheblich, dass ein Zusammenleben manchmal kaum noch möglich ist. Der Alltag wird immer weniger bewältigbar, das Leben wird durch Rückzug bestimmt. Die kleinste Änderung im Alltag kann zum Horrortrip werden. Wir helfen Ihnen, die Funktion dieser Zwänge zu verstehen und sie nach und nach aufzulösen. Wir helfen Ihnen auch bei der Begegnung mit der dadurch entstehenden Angst und der Regulation dieser Angst.

Noch mehr wird das Stressverarbeitungs- und Alarmsystem in uns überfordert, wenn wir traumatische Erfahrungen machen. Das Erleben von Ohnmacht und Hilflosigkeit, der Verlust der Kontrolle über das eigene Leben, die Erfahrung von ausgeliefert sein und keine Möglichkeit zum Entrinnen zu haben, überfordert unsere Verarbeitungssysteme und kann nachhaltige Folgen haben. Hierbei kann es zu komplexen und schwerwiegenden Symptomentwicklungen kommen. Die Schwere und Vielfalt der Symptome kann die Lebensqualität so weit einschränken, dass der Einzelne Lebensüberdrussgedanken entwickeln kann, weil der Alltag durch die Symptome unerträglich wird.

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Wir bieten für jedes dieser Krankheitsbilder eine spezifische und individuell abgestimmte Behandlungsform an. Damit helfen wir Ihnen, Ihre Ängste und Zwänge zu überwinden und Ihren Alltag wieder entsprechend Ihrer Bedürfnisse zu gestalten. Im Schwerpunktbereich Psychotraumatologie bieten wir verschiedene Traumatherapieverfahren an. Wir versuchen Sie zu stabilisieren und helfen Ihnen dabei, die verstreuten Traumaassoziationen in Erinnerungen umzuwandeln und in Ihr Leben zu integrieren. Das erlebte Trauma kann dann einen Platz in Ihrem Leben finden und zu einer Erinnerung werden, die nicht mehr im Hier und Jetzt mit Ihrer emotionalen Belastung von damals dominiert, sondern zu einer durchlebten Erfahrung wird, zu der Sie in der Gegenwart mit Gewissheit sagen können: „Es ist vorbei“.

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